Wer “Tod an der Riviera” gelesen hat, wurde mit der Tatsache konfrontiert, dass wirklich gute italienische Olivenöle niemals billig sein können. Vor allem die Zeitschrift Merum hat sich mit enormer Sachkenntnis und Recherchefreude um dieses Thema verdient gemacht, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass der Chefredakteur selbst Oliven anbaut. Nun hat die Stiftung Warentest mit einem Olivenöl-Test Schlagzeilen gemacht: “Jedes zweite ist mangelhaft” (zum kostenpflichtigen Artikel geht es hier). Das Ergebnis ist an sich nicht überraschend, und erfreulicherweise hat die Stiftung diesmal auch Wert auf den eigentlichen Geschmack gelegt. Ein Panel von spezialisierten Verkostern führte also eine sensorische Prüfung durch. Modrig, ranzig, stichig – solche Fehlnoten führten zur Abwertung. Und insofern ist dieses Testergebnis sicherlich als Fortschritt zu werten. Wenn da nicht noch die (grundsätzlich lobenswerte) chemische Analyse wäre: Das Bioöl eines sizilianischen Erzeugers fiel als mangelhaft durch, weil darin Spuren gesättigter Mineralöl-Kohlenwasserstoffe gefunden wurden. Klingt fies, ist aber sehr umstritten, weil erstens niemand weiß, wie diese Stoffe ins Öl gelangt sind, und zweitens gar nicht klar ist, ob sie überhaupt gesundheitsgefährdend sind. Für den Erzeuger ist das Ergebnis eine Katastrophe, und Merum ärgert sich wohl zu Recht über dieses “Bauernopfer” (Stellungnahme hier).